Misshandelte Frau erfüllt sich ihren Traum

Tala Raassi ist heute 35 Jahre alt und eine erfolgreiche Modedesignerin für Bademoden. Aber sie hat eine düstere Vergangenheit, denn die Frau wurde als 16-jähriges Mädchen in ihrer Heimat mit 40 Peitschenhieben bestraft – sie hatte einen Minirock in der Öffentlichkeit getragen. Es ist für uns in der westlichen Welt völlig undenkbar, dass man uns für so eine Banalität bestraft. Aber Tala hat das nicht hin genommen und floh mit ihrer Familie in die USA und hat sich eine Karriere aufgebaut, um die sie viele beneiden.

Tala hat eine eigene Bademoden Linie namens ‘Dar Be Dar’ – aber die Peitschenhiebe haben sie nicht umdenken lassen, die Muslima designt keine Burkinis, die den gesamten Körper umhüllen, sondern freizügige Bikinis. Sie hatte keine leichte Kindheit, nachdem sie in ihrer Heimatstadt Teheran, Iran, von ihren Eltern gläubig, aber frei aufgezogen wurde, kam die 16-jährige aus einer kleinen angeblichen Sünde fünf lange Nächte in ein Gefängnis und wurde ausgepeitscht. Heute hat sich die starke Frau entschieden, ihre Leiden zu Papier zu bringen und hat mit ‘Mode ist Freiheit’ ihre Autobiographie veröffentlicht.

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Huffingtonpost

Tala ging auf eine Hausparty, für die sie sich hübsch gemacht hatte. Direkt von der Party wurde sie von den Basij, der Religionspolizei des Iran, abgeholt und in das Gefängnis gebracht. Die ‘Polizei’ durchsuchte das gesamte Haus, suchte nach verbotenen Gegenständen. Drogen und Alkohol konnten sie nicht finden, aber ausländische Videokassetten, Musik von Mariah Carey und Ace of Base – und einige junge Mädchen in ‘unanständiger’ Kleidung. Sie wollten sich wie normale Teenager fühlen und haben getragen, was ihnen gefallen hat. Ein fataler Fehler.

Die Mädchen wurden angeklagt, angeblich hätten sie gegen geltendes islamisches Recht verstoßen. Grund genug für die Religionspolizei, die Jugendlichen gesammelt in Handschellen ins Vozara-Gefängnis zu stecken. Die Familie Raassi versuchte verzweifelt, die 16-jährige Tala aus dem Gefängnis zu befreien, scheiterten aber. Nicht mal die versuchte Bestechung hatte Erfolg. Tala wurde als Sünderin, Verbrecherin und Ungläubige beschimpft, fünf Tage lang musste sie den Hass und die Anklagen ertragen – und dann fiel das Urteil. 40 Peitschenhiebe, die auch vollstreckt wurden. Für einen Minirock.

Die Strafe wurde in einem dunkeln, stinkenden Korridor vollzogen, das Mädchen weinte leise in sich hinein. An den Schmerz erinnert sie sich noch gut, vor jedem Schlag hörte sie das Zischen der Peitsche in der Luft. Immer wieder. Wochenlang musste sie behandelt werden, die Striemen auf dem Rücken waren lange zu sehen. Ihre Familie fasste danach den Plan, den Iran und alles, was sie liebten, hinter sich zu lassen.

Die Flucht ging über die Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, dann nach Washington D.C., Amerika. Die junge Iranerin war geschockt, denn bei ihrer Ankunft sprach sie kein Englisch, ihre Freunde waren weit weg, sie war in dem fremden Land und wütend auf ihre Familie, die sie aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen hatte.

Aber Tala lebte sich ein, erkannte die Chancen und Möglichkeiten, die sie in dem fremden Land hatte. Ein Minirock war mit einem Mal gut möglich – ohne Strafen. Und Tala arbeitete hart für ihre Wunschkarriere in der Modebranche. Sie hat sich nicht nur aus eigenem Bedürfnis für diesen Weg entschieden, sondern auch weil sie anderen Frauen Mut machen möchte, die Schönheit der Frauen muss nicht versteckt werden. Jeder sollte sich frei entfalten können.

Tala verfolgte eisern ihren Weg, machte einen Sprachkurs, ließ sich in einem Brautmodengeschäft anstellen und gründete schließlich ihr Bademoden-Label. ‘Dar Be Dar‘ ist heute erfolgreicher denn je. Die modische und freizügige Badebekleidung verkauft sich in den Vereinigten Staaten ausnehmend gut, das gepeinigte, junge Mädchen hat sich zu einer starken, erfolgreichen Frau entwickelt. Es gab viele Probleme, weil sie als Muslima Badeanzüge und vor allem Bikinis designt, aber das stört Tala wenig – immerhin kann sie dafür nicht mehr eingesperrt werden. Teile den Beitrag, um auch andere zu inspirieren.

Quelle Huffingtonpost