Darum sind Beziehungskrisen gut für die Liebe

Beziehungskrisen. Keiner mag sie, aber sie sind nötig, damit wir nicht im Alltagstrott untergehen. Eigentlich haben sie ja nur alle anderen, aber nicht man selbst, so denkt man – bis es so weit ist. Er schreit, sie weint, sie schreit, er rennt weg. Sie waren das Traumpaar, die Beziehung ist toll, er trägt sie auf Händen, sie tut alles für ihn. Bis sie genervt ist. Sex ist nur noch eine Pflichtübung und macht lange keinen Spaß mehr. Er nimmt das hin und wartet geduldig ab. Und doch… beide denken daran, auszubrechen, etwas neues zu wagen. Oft sind es dann die Frauen, die einen Paartherapeuten suchen, weil sie so nicht mehr weiter machen wollen. Immer nur nebeneinander her leben, nichts neues, nichts aufregendes mehr. Nur selten sind es die Männer, welche die Initiative ergreifen. Dann der Termin – und die Beziehung fliegt ihnen um die Ohren. Der Alltag wird erschüttert, vielleicht wusste der Partner bis vor kurzem nichts von der Krise, hat sie einfach ignoriert oder nicht bemerkt, was den anderen bedrückt. Und dann kommen die unschönen Dinge zum Vorschein. Eine andere Liebe, Sexmuffel, Affären – es geht meist schon Jahre in der Beziehung bergab, bis der andere es merkt. Symptome einer kranken Beziehung. Heilen ist möglich, aber schwierig.

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#1 Die Leiche im Keller finden und aufwachen.
Niemand setzt sich gerne auseinander. Aber wenn eine Krise da ist, dann sollte man darüber sprechen und sie nicht ignorieren. Man sollte einander aufwecken, wenn etwas nicht stimmt, denn eine Krise kann auch ein Neuanfang sein. Eine Krise ist leichter zu beheben, wenn sie am Anfang gestoppt wird, nicht erst, wenn die Wunde schon eitert und schwarz wird. Es wird bei einer Krise aufgeräumt, der Keller des Lebens wird leer geräumt. Alles, was sich angestaut hat, holt man hoch, wirft es weg oder baut es ins Leben, in die Beziehung ein. Die Leichen, die dabei gefunden werden, sind nicht immer schön.

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#2 Eine neue Liebe, Schmetterlinge – die man dann auch abtöten kann
Trennungen sind nicht immer leichter. Wenn man die stinkenden Leichen birgt und begräbt, kann man abschließen, wenn es nötig ist. Aber einfach alle Zelte abbrechen – das heißt meist, die Leichen mit herum zu schleppen und sie in die nächste Beziehung zu tragen. 6 bis 12 Monate später hängt man im gleichen Dilemma fest. Böse rosarote Brille – wenn sie erst mal weg ist, sind auch die Schmetterlinge oft tot. Wenn man nur der Partner wechselt, ohne sich um sein eigenes Problem zu kümmern, hat man das Problem immer noch – nur eben mit einem anderen.

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#3 Treue ist das Non-Plus-Ultra
Wie gehst du mit Untreue um? Ist das ein Grund, den Partner zu erwürgen? Viele trennen sich, wenn dieser dem Treue-Ideal entgegen etwas getan hat. Aber meist sind es die eigenen Leichen im Keller, die das Problem verursachen. Was hat man selbst getan, ob in dieser oder in den vorangegangenen Beziehungen, was hat die Eifersucht, Verlustangst, Verbissenheit ausgelöst? Treue ist toll und wichtig, aber sie sollte freiwillig gegeben werden. Und wenn ich 20 Partnern in einem Jahr hintereinander treu bin – dann bin ich doch auch treu, oder? Es gibt Menschen, die eine Beziehung beenden, wenn mal eine kleine Sex-Krise, eine Affäre oder Langeweile auftaucht. Aber man sollte vielleicht daran arbeiten, warum es passiert ist. Den Keller eben aufräumen – auch mit seinen eigenen Idealvorstellungen.

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#4 Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest – steig ab
Aber es gibt auch Beziehungen, an denen sollte man nicht fest halten. Manchmal macht eine Trennung Sinn, auch für Kinder. Kinder können und dürfen getrennte Eltern haben, so lange die beiden glücklich sind. Nicht immer raten die Therapeuten zu einer Fortführung der Beziehung, manchmal raten sie auch dazu, einfach aufzuräumen und alles zu beenden. Die Menschen müssen manchmal fast aus einer Beziehung gerettet werden, weil sie aus ihrer eigenen Abwärtsspirale nicht mehr heraus kommen.

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#5 Lebe dein Leben, mit Lebendigkeit, Freude, Träumen, Freiheit
Beziehungskrisen sind toll. Weil man sich dann mal wieder auf sich selbst besinnen kann, heraus finden kann, wo man steht, für was man steht, was man will. Es fühlt sich scheiße an, das bestreitet keiner. Hilflosigkeit, Wut, Verzweiflung, Schmerz. Aber kein Alltag, keine Langeweile mehr. Viele Paare finden sich so im Bett wieder, und dabei ist es kein Versöhnungs-Sex. Nur Frust-Sex. Aber auch der kann gut und heilend sein.

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#6 Liebe ist Liebe ist Liebe – ob mit zwei oder drei oder vier?
Frisch verliebt – hier wären wieder die Schmetterlinge. Essen, schlafen, denken – alles ist unnötig. Das Gefühl ist toll, die rosarote Brille sieht stylisch aus, die Zukunft ist perfekt. Und dann wachst du auf, dein Partner schnarcht neben dir, die Kinder streiten sich. Der Ehering drückt mit einem Mal unangenehm. Böse Schmetterlinge, sie dürfen nicht sein. Oder? Ist es wahr, dass wir nur eine Person lieben können? Diese Frage muss jeder für sich selbst entscheiden.

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Quelle Smartredirect